Patientensicherheits-Signale der TK (TK-PSS)
Die Kooperation „Patientensicherheits-Signale der TK (TK-PSS)“ wird seit Anfang 2023 im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) durchgeführt. Die Deutsche Gesellschaft für Patientensicherheit gGmbH unterstützt die TK bei der Bewertung von aufgetretenen Schadensfällen und deren zukünftiger Vermeidung. Als assoziierte Projektpartner sind die Inworks GmbH und das Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. involviert.
Hintergrund
Gesetzliche Krankenkassen müssen ihre Versicherten bei Behandlungsfehlervorwürfen unterstützen und den Verdacht klären (§ 66 SGB V). Die TK bearbeitet jährlich bis zu 7.000 dieser Verdachtsfälle. Bisher wurden die gewonnenen Erfahrungen nicht systematisch zur Prävention genutzt. Bei einem vorangegangenen Pilotprojekt im Jahr 2022 wurde der TK-Patientensicherheits-Zirkel (TK-PSZ) eingerichtet, der als Fachzirkel für kollegiale Beratung, Behandlungsfehler-Management und klinisches Risikomanagement etabliert wurde. Seit 2023 soll dieses Wissen dauerhaft in Form von Patientensicherheits-Signalen der TK etabliert werden, um die Patientensicherheit nachhaltig zu stärken.


Ziele
Die Fortführung des TK-PSZ als TK-PSS durch die Deutschen Gesellschaft für Patientensicherheit gGmbH verfolgt mehrere Ziele: Einerseits soll die TK bei der Erfüllung ihres gesetzlichen Auftrags gemäß § 66 SGB V unterstützt werden, der die Unterstützung der Versicherten bei Behandlungsfehlervorwürfen vorsieht. Andererseits soll die Erstellung von „Patientensicherheits-Signalen der TK“ auf Basis der gemeldeten Behandlungsfehlervorwürfen (BHV) ermöglicht werden, und die TK in Bezug auf die Einschätzung von Behandlungsfehlern beraten werden. Durch die Auswertung der zahlreichen Behandlungsfehlerdaten können konkrete Handlungsempfehlungen zur Steigerung der Patientensicherheit schnell und effektiv umgesetzt werden. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, nicht nur die Patientensicherheit zu verbessern, sondern auch positive Auswirkungen auf das Gesundheitsfachpersonal zu erzielen. Oftmals leiden auch die Fachkräfte unter den (meist vermeidbaren) Schäden, und das Projekt berücksichtigt auch ihre Bedürfnisse und Herausforderungen, wie im Kontext der sogenannten „Second Victims“.
Methode
Die gemeldeten BHV werden von TK-Mitarbeitenden gesichtet und ausgewählte Fälle auf einer speziellen Softwareplattform erfasst, die auf Intrafox Health Care basiert. Anschließend erfolgt die Sichtung und Auswertung durch die Deutschen Gesellschaft für Patientensicherheit gGmbH. Dabei wird besonderer Wert auf die Anonymisierung und „De-Identifikation“ gelegt. Durch ein Expertenteam bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der DGPS, Inworks, und der TK wird das Potential zur Verbesserung der Patientensicherheit betrachtet, Themenschwerpunkte definiert und aus den Fallberichten Handlungsempfehlungen abgeleitet, die regelmäßig als „Patientensicherheits-Signale der TK“ veröffentlicht werden.
Patientensicherheits-Signale der TK

Erwartete Ergebnisse:
Durch die Fortführung als TK-PSS und die Erstellung von „Patientensicherheits-Signalen der TK“ auf Basis der gemeldeten Behandlungsfehlervorwürfe wird die TK gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Patientensicherheit gGmbH dazu beitragen, die Patientensicherheit zu erhöhen und Schadensereignisse zu vermeiden.
Wenn Sie weitere Fragen zum Projekt haben oder zusätzliche Informationen benötigen, stehen wir Ihnen gerne unter info@patientensicherheit.de zur Verfügung.