Das Projekt „OptiCIRS“ wird vom 03/2023 bis 02/2024 durchgeführt und erhält Förderung vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Es handelt sich um ein Verbundprojekt unter der Leitung der Techniker Krankenkasse in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Patientensicherheit gGmbH. Als assoziierte Projektpartner sind die Inworks GmbH, PSU-Akut und eBuero involviert.

Hintergrund

Das Projekt „Opti-CIRS“ erforscht die Optimierung der Nutzung von CIRS im spezifischen Kontext von Long-Covid, sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für Beschäftigte im Gesundheitswesen. Im Rahmen dieser Forschung wird eine innovative Methode zur Entgegennahme von Meldungen per Telefon oder Sprachnachricht entwickelt und analysiert.

Ziel

Das zentrale Ziel des Projekts ist es, Erfahrungen im Kontext der medizinischen Behandlung von Long-Covid zu sammeln. Die schriftliche Meldung bei CIRS stellt häufig eine Herausforderung dar, weshalb die Einführung der telefonischen Meldungsoption potenziell zu einer erhöhten Anzahl von Meldungen und einer verbesserten Qualität führen könnte. Das Ziel dabei ist, eine höhere Anzahl von qualitativ aussagekräftigen Meldungen zu erhalten und gleichzeitig die Hürden für die Meldungen zu verringern.

Methode:

Verschiedene Methoden werden angewendet, um die Nutzung des CIRS zu optimieren. Zunächst erfolgt die Evaluierung der Interoperabilität der Meldeformulare für Patientinnen und Patienten sowie für Beschäftigte im Gesundheitswesen. Im Anschluss wird eine innovative Methode zur Meldungsentgegennahme per Telefon/ Sprache entwickelt und einer Evaluierung unterzogen. Parallel dazu entsteht eine eigens eingerichtete Internetplattform, auf der die Erfahrungen und Rückmeldungen der Patientinnen, Patienten und Beschäftigten im Gesundheitswesen dokumentiert und zugänglich gemacht werden. Ein interdisziplinäres Team bestehend aus Ärztinnen und Ärzten, Pflegefachpersonen und Experten der Gesundheitswissenschaften wird eingesetzt, um die eingehenden CIRS-Meldungen zu analysieren. Zusätzlich wird eine Option für psychologische Unterstützung für Beschäftigte im Gesundheitswesen eingeführt, um sogenannte „Second Victims“ zu vermeiden und das Wohlbefinden des Gesundheitspersonals zu fördern.

Fallberichte & Patienteninformationen

Erwartete Ergebnisse:

Im Rahmen des Projekts „OptiCIRS“ wird erwartet, dass durch die Meldungsentgegennahme per Telefon/Sprache sowie die neu geschaffene Internetplattform wertvolle Rückmeldungen von Patientinnen, Patienten und Beschäftigten im Gesundheitswesen erfasst und analysiert werden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu dienen, zukünftige problematische Ereignisse zu reduzieren und die Sicherheit für die Patientinnen, Patienten sowie die behandelnden Teams zu stärken. Ein weiterer innovativer Ansatz besteht in der Einrichtung einer Hotline für professionelle Behandlungsteams, um auch die „Second Victims“ nach kritischen Ereignissen zu unterstützen.

Die Erfassung und Auswertung der Meldungen, insbesondere die neue Meldemöglichkeit für Patientinnen und Patienten über Telefon/ Sprache, kann nach Abschluss des Projektes weiterhin genutzt werden. Es werden Vorschläge für die weitere Finanzierung und den Betrieb der Plattform erarbeitet, einschließlich der Anonymisierung und Analyse der Meldungen.

Wenn Sie weitere Fragen zum Projekt haben oder zusätzliche Informationen benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. (Kontakt einfügen / Verlinken (info@patientensicherheit.de)

Hinweise zu CIRS:

Ein CIRS-System (Critical-Incident-Reporting-System) ist ein anonymes, freiwilliges und sanktionsfreies Berichtssystem für kritische Ereignisse in der Patientenversorgung. Ursprünglich aus der Luftfahrt stammend, wird es in Gesundheitseinrichtungen verwendet, um potenzielle Verbesserungen in Bezug auf die Patienten- und Mitarbeitersicherheit zu identifizieren und Maßnahmen abzuleiten.

Das Hauptziel von CIRS besteht darin, kritische Ereignisse und Fehler systematisch zu erfassen, sichtbar zu machen und gemeinsam daraus zu lernen. Es basiert auf der Annahme, dass Fehler passieren können, jedoch durch Transparenz und strukturierte Erfassung verhindert werden sollte, dass dieselben Fehler wiederholt auftreten. Je schneller und umfassender kritische Ereignisse erfasst und verfügbar sind, desto größer ist das Potenzial für Lernen. Aus diesen Ereignissen können Schwerpunkte und geeignete Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt werden, um Fehler zu verhindern und die Patientensicherheit zu erhöhen. Eine Neuheit bei CIRS ist die Nutzung von erfolgreichen Fällen, um auch aus positiven Ereignissen zu lernen (Safety-2, nach Erik Hollnagel). Inworks und InPASS setzen zudem moderne Safety-2-Ansätze ein, um das Lernpotenzial weiter zu erweitern.
Nach oben scrollen